Dänemark mal nicht wie aus dem Reiseführer

Die Zahl der Besucher, die sich auf ihren Dänemarkurlaub vorbereiten und bei Meermond vorbei lesen, steigt wieder an.

Mit großem Vergnügen stelle ich Interessierten meine Herzensheimat vor und zeige das eine oder andere Ausflugsziel.

Aber jenseits von Strand, Sehenswürdigkeiten und beeindruckenden Naturbildern gibt es das „normale“ Nordjütland. Das Land, in dem die Menschen leben und arbeiten. Und das sieht so gar nicht bezaubernd aus!

Dänemark ist platt wie eine Flunder und mehr als die Hälfte seiner Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Hier im hohen Norden betreibt man eine intensive Viehzucht, dass es einem den Magen umdreht! Schweineställe gewaltigen Ausmaßes und Jauchegruben in der Größe und Form der Donnerkuppel (Mad Max) verunzieren die weite Landschaft. Und ehrlich gesagt, es stinkt ab und an zum Himmel! In meinen sarkastischen Gedanken betitle ich die vielen Windräder als Frischluftventilatoren!

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In den Schweineställen werden angeblich überwiegend Ausländer beschäftigt, meist Rumänen und Polen, weil so die Gehälter niedrig gehalten werden können. Dänemark ist Exporteur und das tägliche Schnitzel darf ja nix mehr kosten… Ein mir bekannter Däne versuchte sich bei einem Schweinezüchter zu bewerben, weil er in seinem erlernten Beruf einfach keine Stelle finden konnte. Er wurde mit der Begründung „Nein, weil du Däne bist“ abgelehnt.

Mir graust es, ständig mit Massenviehzucht konfrontiert zu sein. Mich gruselt es, dass ich fast täglich hinter einem Viehtransporter herfahren muss, dem grinsende Schweinchen auf den Hänger gemalt worden sind und der auf dem Weg zum Schlachter ist. Die Fleischtheken in den Supermärkten haben gigantische Ausmaße, während die Obst- und Gemüseabteilung manchmal echt erbärmlich ist. Nicht mal Kohlrabi gibt es hier! Kopfsalat ist auch eher eine Rarität. Der Däne isst Schwein und Rind und davon reichlich.

Die Kühe werden ebenfalls in enormen Ställen gehalten, dürfen aber im Sommer draußen grasen. Weidende Rinder und Pferde gehören hier zum Landschaftsbild, während ich noch nie eine Schafherde gesehen habe.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass man in Nordjütland sehr viele, große Bauernhöfe sieht: meist mit großem Wirtschaftsgebäude mit grauweißem Eternitdach in L- bzw. U-Form, neben dem ein kleines Wohnhaus steht. Mein Blick wird oft auf bunte, halbrunde Scheunentore und Silotürme im weiten Nichts gelenkt.

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Die Landwirte, die ihr Geld nicht in der Fleischindustrie verdienen, bestellen riesige Ackerflächen.

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Sogar das Moorgebiet wird bewirtschaftet. Dazu benötigen die Bauern regelrechte Ungeheuer von achtfach bereiften Traktoren. Wer das Pech hat, auf einer schmalen Landstraße hinter so einem herfahren zu müssen, der kann sich entspannt die Landschaft angucken, denn an Überholen ist nicht zu denken.

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Natürlich gibt es Industrie in Nordjütland, aber das Landschaftsbild ist eher rural.

Eigentlich klingt das ziemlich trostlos! Mein kleiner Bruder meinte einst, es wäre so aufregend hier oben wie in einer Hütte am Funtensee.

Doch ich lebe gerne hier. Und jedes Jahr kommen unzählige Touristen! Denn tatsächlich gibt es viel wilde Natur und Gelassenheit in Nordjütland. Und in den nächsten Beiträgen zeige ich wieder mehr davon, versprochen. (und hübschere Bilder 😉 )

Weitere Anregungen: 

https://meermond.wordpress.com/2016/06/13/aalborg-zoo/

https://meermond.wordpress.com/2016/04/24/rubjerg-knude-fyr/

https://meermond.wordpress.com/2016/01/08/oh-du-liebes-aalborg/#more-3563

Kurzgebraten – zweimal gut!

Der kleine Wikinger ist ein sehr eigenwilliger Esser: am liebsten Fleisch und Wurst pur und auf gar keinen Fall etwas Neues! Inzwischen haben wir ihm antrainiert, dass er alles zumindest einmal probiert haben muss, bevor er es ablehnen darf.

Meistens bricht er beim ersten Versuch in verzücktes „Mmmmmmh! Schmeckt gut!“aus, wenn man ihm dann aber mehr gegeben hat, folgt ein „Ich mag das nicht.“ oder „Ich bin satt.“

Heute nach dem Abendessen gab es rødgrød med fløde (Erdbeergrütze mit Sahne) und weil die den Kleinen bereits gestern so gut schmeckte, war leider nur noch jeweils eine kleine Portion davon übrig. Der Blick des Wikingerchens in meine Tasse, in der sich sveskegrød (Pflaumenmuß) befand, war unübersehbar. Er wollte unbedingt mehr Süßes und wenn es braune Pampe sein musste…

Preußenbayer gibt ihm eine winzigklitzekleine Kostprobe.

Wikinger: Mmmmmmmmmh! Schmeckt gut!

Preußenbayer: Da, probier lieber noch einmal.

Wikinger: Schmeckt auch beim zweiten Mal.