Kindlieb Liebkind

(veröffentlicht am Montag, 7. Juli 2014)

Sonntag im Garten des kleinen roten Hauses am Wald: Grillspaß mit den fast schon üblichen Verdächtigen 🙂
Die drei nackerten Gartenpopos waren wieder äußerst fleißig und ausdauernd in Aktion und ein erstaunlich geduldiger Preußenbayer trieb seine Scherze mit den drei Kleinkindern (alle drei eineinhalb). Oder stimmten ihn lediglich die Grillburger so versöhnlich? Schließlich beendete er aus Gierhunger sogar vorzeitig sein Papawochenende.
Planschbecken, Wassersprenger, Johannisbeeren, Jostabeeren, Schneckenhäuser, Autos, Sandkasten, Trampolin. Es gab soviel zu erkunden im großen Garten, da blieb kaum Zeit, ruhig  zum Essen sitzen zu bleiben. Gut, die Großen hatten ihr Vergnügen. Wir feierten den unterzeichneten nordischen Vertrag mit Erdbeerbowle und quietschfröhlicher Kinderlaune.

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Gegen halb sieben verließen uns die rheinischen Österreicher wieder und die zwei verbliebenen nackerten Zwillingspopos sorgten noch für amüsiertes Gelächter bei der klitzekleinen Nachbarspanierin. Sie liefen wild lachend die Straße rauf und runter, sodass jene unsere Mitteilung vom bevorstehenden Abschied fast etwas traurig stimmte. Sie weiß schon lange von unserer Liebe zum Norden, wünschte uns aber von Herzen alles Gute für unseren Weg. Damit war auch schon die nächste Feier beschlossen, obgleich die nicht mit Bowle, sondern mit Zitronenlimonade und mit vegetarischem Grillgut veranstaltet werden muss. Der spanisch verheiratete Italiener trinkt nicht und mag auch kein Fleisch. Kein Problem, bis auf die Alkoholfrage hatten und haben wir keinen Nord-Süd-Konflikt mit unseren Nachbarn. Versüßen würde ich diese Abschiedsparty gerne mit dem Honig vom Peter-Lustig-Imker-Nachbar und seiner göttlich backenden Nettfrau. Zufrieden mit dem Tag zogen wir uns in die Kühle des kleinen roten Hauses zurück.
Nach derartig gelungenem Tag erwartet man eigentlich glücklich ermatteten Schlaf aller Beteiligten. Nach der Dusche strahlten die Liebkinder uns zuckersüß an und das Zubettgehen gestaltete sich relativ ruhig. Na gut, die Brabbelgespräche im Gang werden allmählich etwas gepresst, aber die beiden schliefen zumindest ohne hysterisches Gekreische ein.
Zeit für die ersten Glühwürmchen und slappe af…
Denkste!
Um zwei ging´s los. Wikinger fing an, Krawall zu machen. Flasche. Gefühlte 2 Sekunden später, wenn man grade so wieder am Wegnicken ist, erneut Krawall. GsM holt den Übeltäter ins Elternbett, damit der Belgier bloß nicht wach wird.
Grabbel, Umsichtret, Rumschlag, Aufsetz und Rumbrabbel, Mecker, Rumkriech, Rumtret.
„Zurück ins Bett, du Seppl!“
„Rabäääh!“
„Ja spinnt der? Noch eine Flasche?“
Noch eine Flasche. Ärgern. Sie sind schließlich schon aus dem Babyalter raus! Warum isst du nicht mehr, du Seppl?
Ruhe.
„Miau!“
„Wo kommt denn jetzt die Katze her?“
GsM bringt das jaulende Tier nach draußen.
Belgier kreischt und flippt völlig aus. Die Katze hat ihn wohl erschreckt.
Inzwischen war es nach vier und die elterliche Zuneigung zu den Liebkindern auf lächerliche Grundsympathie geschrumpft. Elternbettliches Rumgetrete, Zappel, Quak, Kraxel, Gegrabbel.
„Miau!“
GsM wirft die Katze raus.
Belgier: „Paaaaapaaaaaa!“
Rotfrau: „Zefix, jetzt schlaf endlich!“
GsM: „Ich hab mich schon gewundert, wie die Katzen hier reinkommen! Die Kellertür stand offen!“
Rotfrau ist sofort sehr beruhigt und kriegt einen halben Herzinfarkt, da sie immer noch nicht weiß, wo ihr Geldbeutel ist. Einbrechergedanken – Hereinspaziert!
Inzwischen ist es fünf Uhr. Dem gsM platzt der Kragen. Er transportiert den brabbelnden, tretenden, unwilligen Belgier ins Kinderzimmer und befördert ihn mit dem liebevollsten Gedröhne ins Babybett, das er nach 3 Stunden Nachtgaudi noch hervorbellen kann. Belgier beeindruckt. Ruhe.
GsM im Eimer. Sinkt auf die Kissen.
Rotfrau: „Ich find meinen Geldbeutel nicht!“

Aufstehen um sieben. Preußenbayer versorgen. Rotfrau darf liegen bleiben, bekommt um acht sogar eine Tasse Kaffee ans Bett gebracht. Hiermit erkläre ich ganz öffentlich, dass ich den weltbesten Mann der Welt gefunden habe!!!
Um dreiviertel 9 stehen die Krawallos im Bett, beide sichtbar durchnässt.
Mitleid überrollt die Rotfrau und vor ihren Augen verwandeln sich die üblen Nachtgespenster (Poltergeist I und II) wieder in Liebkinder.

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