Angst im unheimlichen Haus

Vor zwei Tagen wachte ich mitten in der Nacht auf, weil der wundervolle große schwarze Mann im Haus herumgeisterte. 03:47 Uhr. Ich fand es etwas beunruhigend, dass er so lange herumschlich und konnte dieses Verhalten nicht einordnen.

Als er wieder auftauchte, erklärte er mir, er hätte seltsame Geräusche im Haus gehört und sich daher lediglich versichern wollen, dass kein Fremder hier wäre. Er wäre auch um das Haus herum gegangen und hätte alles überprüft. „Schlaf ruhig, es ist alles in Ordnung.“

Schlafen? Rotfrau lag mit aufgerissenen Augen im Bett und erinnerte sich ängstlich an den erst vor kurzem stattgefundenen Einbruch in unserer Nachbarschaft.

Ein unbarmherziger Gedankenkreisel setzte sich in Gang:

Wir haben eine ganze Hausseite aus Glas, die Glastüren im Klavierzimmer sind riesig und können sicherlich mit Gewalt aufgedrückt werden. Und weil hinter unserem Haus ein riesiges Nichts ist, braucht man auch keine Angst davor haben, gesehen zu werden, wenn man denn ein Einbrecher ist. Was ist, wenn der Einbrecher vom herumschleichenden gsM überrascht wird? Ist er vielleicht sogar bewaffnet und schießt auf meinen weltbesten Ehemann der Welt und oberbesten Papa  meiner fulminanten Kinder? Tut er uns gar allen was an? Sind wir noch sicher?

Ich brauche nicht zu erwähnen, dass die weitere Nacht alles anders als erholsam war und Rotfrau vermutlich die längsten Ohren der Welt hatte. Eine rote Hasenohrenfrau im Bett, die trotzdem nichts mehr hörte.

„Ich glaube, wir haben Ratten auf dem Dachboden oder sowas. Das Getrippel klang doch etwas unmenschlich. Wenn es heute wieder zu hören ist, dann klettere ich hinauf und sehe nach“, brabbelte mir mein wundervoller Mann am Frühstückstisch entgegen.

Allerdings war in der folgenden Nacht kein Geräusch mehr zu hören und so verschwanden die vermeintlichen Ratten im Wirrwarr unseres Alltags.

Gestern Vormittag.

Im Keller ratterte die Waschmaschine, der Trockner brummte, die Spülmaschine lief und eine sehr entspannte Rotfrau tippte an ihrer Koffergeschichte.

Bumm. Raschel.

Ziemlich laute Geräusche lassen mir fast die Kaffeetasse aus der Hand fallen. Was ist das denn? Ist da wer?

Regungslos fahre ich die Ohren wieder aus. Da ist doch was!

Ich wundere mich zwar bei jedem dämlichen Gruselfilm über die doofen Frauen, die einem Geräusch hinterherschleichen und dann selbstverständlich in „arge Bedrängnis“ geraten, aber dennoch bin ich aufgestanden und habe mich hochgeschlichen. Unbewaffnet und ohne Handy. Ich bin offensichtlich genauso doof wie die Schauspielerinnen! Oder ist das etwa nur ein simpler Reflex, Geräuschen nachzugehen? Ich weiß nicht, was ich zu tun gedacht habe, falls da wirklich wer oben gewesen wäre, jedenfalls bin ich mutig (oder so ähnlich) auf die Suche gegangen.

Der Preußenbayer hatte beim Verlassen des Hauses vegessen, die Haustüre abzuschließen und obwohl ich mit den Kindern noch daheim gewesen war, hätte durchaus jemand am Morgen unbemerkt reingehen können…

Oben war aber nichts und niemand und so schloss ich sämtliche offenen Fenster, bevor ich wieder nach unten ging.

Doch die Geräusche hörten bedauerlicherweise nicht auf und ich begann mich grauselig zu fürchten. Jawoll, ich gestehe, um Viertel nach 12 teilte ich meinem weltbesten Ehemann der Welt via WhatsUPp mit, dass ich wirklich furchtbare Angst hätte.

Doch beim Versuch, die Geräusche für ihn aufzunehmen, stellte ich fest, dass sie aus der Hohlraumdecke kamen. Das kann kein Mensch sein.

Unser Haus ist ein Backsteinhaus, dessen Mauerwerk aus zwei seperaten Mauern besteht, die mit Isolierung „gefüttert“ sind. Die Decken sind lediglich Holzdecken: Die Balkenträger sind nach oben und unten abgedeckt, dazwischen ist es hohl. Das ist hier in Dänemark eine übliche Bauweise, sorgt für rasche Erwärmung und für gutes Wohnklima.

Es ist also tatsächlich ein Tier in unser Haus gekrabbelt. Da die Geräusche aber sehr laut sind, schließen wir beide eine Maus aus. Ist mindestens eine Ratte oder ein Igel oder irgendwas anderes in der Größe. Auf alle Fälle findet es die „Laufbahn“ über dem Wohnzimmer/unter dem Schlafzimmer genial und die Heizungsrohre scheinen ihm wohl auch zu gefallen.

Wie kriegen wir den ungebetenen Gast wieder raus? Wenn der da drin stirbt, wie lange stinkt das dann vor sich hin? Wo das Tier reingekrabbelt ist, haben wir inzwischen herausgefunden. Die Doppelmauern haben Belüftungslöcher. Aha, das ist das also! Und im Gegensatz zu allen anderen benachbarten Backsteinhäusern haben wir kein Gitter davor. Aha, wieder was gelernt!

Aber wie gesagt, wie kriegen wir den unheimlichen Gast wieder los?

Über Anregungen und Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar. Das klingt nämlich schon unheimlich gruselig hier drin!!!

20 Gedanken zu “Angst im unheimlichen Haus

  1. Pingback: Auf ein Glas Wein mit Meermond | Meermond

  2. Tja, wir könnten ja doch mal unser altes Hundi drauf ansetzen..? Die ist zwar schon 13 und humpelt wegen Arthrose, aber wenn es drauf ankommt schnappt sie noch jede Maus. Gerade erlebt auf einem Grünstreifen eines Rastplatzes.
    Und wir schieben dann die Kosten für den Kammerjäger ein..Haha

    Allerdings wenn es ein Marder ist lasse ich sie nicht dran, die Biester beißen nämlich ganz schön fest zu..
    Weiß jeder mardergeschädigte Autobesitzer.

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  3. Marder machen einen unglaublichen Lärm, die haben wir (leider) auf dem Dachboden und manchmal sitze ich senkrecht im Bett … also … ein Kammerjäger wäre gut oder eine Katze, die du hinterher schickst, aber je nach Grösse könnte die Katze verlieren …

    all the best for you und danke fürs „folgen“ 😉
    herzlichst Ulli aus dem blauen Café

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  4. Hallo Meermond.
    ich hätte mich auch gegruselt..
    Wie wäre es mit Waschbär, Iltis , Wiesel, die kommen doch auch in die Häuser, heißt es zumindest.
    Mir würde nur Kammerjäger einfallen, wenn ich ehrlich bin….
    Erzähl uns , wie es weitergeht.
    Liebe Grüße
    Wortgestoeber

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    • Wir haben in unserer Hausversicherung sogar eine Klausel, dass wir gegen Viecher versichert sind! Wenn Knofi, Käse, Gummibärli und so weiter nix bringen, dann holen wir den Profi.
      Genug gegruselt!
      LG

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  5. Leider hab ich keinen praktikablen Tip, probieren würde ich es wohl auch mit anlocken und Lebendfallen,
    aber ich konnte mich sooo in deine Situation reinfühlen, die Sache mit den dusseligen Schauspielerinnen
    😀 ja ja, da bin ich ganz bei dir. Ginge vielleicht auch ausräuchern? Vielleicht ist ja ein Kraut dagegen gewachsen,
    sollte ich etwas finden, sage ich Bescheid.
    Bis dahin schließe ich mich an: Waidmannsheil!

    Schönes Wochenende ❤

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  6. Mir sträuben sich die Nackenhaare beim lesen!! Gruaaa. Stufe 1 wären die handelsüblichen Mausefallen, bestückt mit Gummibärchen – fahren Mäuse voll drauf ab und ist nicht so eine Sauerei wie Speck oder Käse, aufgestellt an den zugänglichen Eintrittsmöglichkeiten. Haben so zumindest unseren dicken bayerischen Landmäusen den Garaus gemacht. Mäusegeraschel in Hohlräumen hört sich sehr elefantös an … nicht nachlassen!! Täglich kontrollieren. Waidmannsheil!

    Gefällt 2 Personen

  7. Bei uns stellte sich heraus, dass es eine Maus war, die sogar die Frechheit besaß, sich vor mein Bett zu setzen.(nachts klang es schon bedrohlich und im DUnkeln sieht so ne Maus schon rattenähnlich aus ;-)) Die gesamte Familie (3 Männer) hat sich auf Stühlen gerettet. Ich musste sie retten. Fallen haben nix genützt……am Ende habe ich ein Stück Käse in meinen Staubsaugerfuss plus Rohr gesteckt, dort ist sie reingeklettert, dann umgedreht und aus dem Fenster geschüttelt…Sie rannte weg und ward nie mehr gesehen ;-))

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    • Also anlocken! Klingt nach guter Idee, wird aber vermutlich schwer sein, denn ich bezweifle, dass das Tier den Weg nach Draußen wieder findet. Unser Haus ist riesig und es sind nur zwei Lüftungslöcher pro Wandseite. Ach Gott…ich versuch es trotzdem. Vielen lieben Dank!

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      • Wahrscheinlich wirst D aber feststellen, dass sie sich einen bestimmten Platz als Lieblingsplatz aussucht, bei uns war es bei den Abflussrohren. Das Katz-und-Maus (!) Spiel hat eine Woche gedauert. Viel Glück !

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          • Ach ja, ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich zu dem Zeitpunkt in Spanien gelebt habe. Erst habe ich es mit einer handelsüblichen Mausefalle versucht, die zuklappt. Die spanische Maus war aber zu schlau, hat sich nur über den Käse gefreut. Sonst gibt es noch Klebestreifen, da bleiben die Jungs dran kleben. Ich finde das aber zu brutal. Ich bin auf Dein Ergebnis gespannt 😉

            Gefällt 2 Personen

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