Warum Sommersonnwende über Innenarchitektur siegt

Unser Schlafzimmer ist sooooo hübsch.

Perfekte skandinavische Romantik, wie man sie vermutlich so in einer Einrichtungszeitschrift beschreiben würde:

Der sich ins Licht öffnende Raum lenkt den Blick auf eine geräumige Gaube: liebevoll anmutend durch die  zwei hohen Flügelfenster, die mit ihrem brillanten Weiß für eine freundliche Atmosphäre sorgen. Sprossen verleihen den großen Fenstern eine gemütliche Ausstrahlung. Ein extratiefes Echtholzfensterbrett lädt beinahe dazu ein, sich mit Kissen und Wolldecken in ein extravagantes Lesevergnügen zu begeben. Oder lesen Sie lieber auf einem überdachten Balkon? Bereits beim Betreten des Schlafzimmers wird Ihr Blick direkt auf ein westlich gelegenes Draußen gelenkt. Weißes Holz und rote Planken laden dazu ein, die nordjütländische Abendsonne zu genießen. Ein Traum in Weiß. Ein Traum in Licht und der goldenen Sonne Dänemarks. Und so weiterschwärm…

Mal ernsthaft: Wenn man dieses riesige Zimmer mit weißen Möbeln einrichtet (erledigt 😉 ) und ein bisschen stilvoll aufhübscht (erledigt 😉 ), passt es wirklich als skandinavischer Wohlfühltraum in jede Wohnungszeitschrift. Ich will ja nicht angeben, aber unser Schlafzimmer ist wirklich zauberhaft.

Man stellt das Bett entweder an die eine Wand oder direkt unter die Gaube. Alles andere sähe nämlich doof aus.

Seit einem Monat wachen wir allerdings mitten in der Nacht auf, denn dänische Häuser haben wie gesagt keine Rolläden. Dänen haben nur Verdunkelungsrollos. Es wird derzeit fast gar nicht dunkel und selbige (unzureichenden) Springrollos tragen dazu bei, dass keiner mehr im skandinavischen Schlafzimmertraum schlafen kann. Vor ein Uhr nachts ist es nicht mal annähernd dunkel und wenn man um drei Uhr auf die Toilette schleichen will oder ein verwirrtes Kleinkind zurück ins Bett legen muss, braucht man schon wieder keinen Lichtschalter…

Der nordjütlandische Sommer ist beinahe rund um die Uhr hell!

Stil oder Schlaf?

Schlaf!

Seit 15 Minuten steht das Bett völlig idiotisch und quer halb unter der Gaube und versteckt sich vor der Balkontür. So ganz anders, als es jeder stilvolle Einrichter es sogar bei völliger Umnachtung hinstellen würde!

Dafür wird es in unserem Bett heute Nacht viel dunkler sein. Das einfallende Licht der Gaubenfenster oder der Balkontüre wird unsere Augen nicht mehr wachstreicheln können. Dunkel.

Ich geh jetzt ins Bett.

Schlafen.

Dunkel.

Und im Herbst wird wieder umgestellt. Sieht nämlich arg grauenhaft aus:

Das tatsächlich unkonventionell platzierte Bett durchbricht das stilvolle Ambiente und so weitermecker…

Neben mir seufzt gerade ein ergebener gsM 😉

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8 Gedanken zu “Warum Sommersonnwende über Innenarchitektur siegt

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