Als Rotfrau sich aufmachte, die Strandzwiebel zu entdecken

Familienauszeit.

Nachdem der wundervolle große schwarze Mann den den Vormittag für sich ganz alleine gehabt hatte, durfte ich meine Lieben ab 15 Uhr sich selbst überlassen.

Plan: Blokhus besuchen und in den Lädchen stöbern, Eis essen, am Strand ein Buch lesen und dann vielleicht noch ein bisserle herumwandern. Es finden sich genug hübsche Plätzchen.

Um halb vier endeten meine schwärmerischen Vorstellungen abrupt in einem Stau. Ich kam nicht mal in Sichtweite von Blokhus, da sich bereits mehrere Kilometer vor dem winzigen Käffchen an der Nordseeküste die Autos auf einer winzigwinzigen nordjütländischen Überlandstraße geduldig aneinanderreihten. Samstag Nachmittag in der Hauptsaison. Wie konnte ich nur so naiv sein!?

Blokhus ist – sagen wir es mal richtig salopp formuliert – der Ballermann des Vendsyssels.

Ich schlich geduldig bis zum ersten Kreisverkehr in Hune und dann bog ich mutig ab. Da stand nämlich was von einem Schaugarten, den ich schon lange mal ansehen wollte. Wäre doch auch eine nette Idee! Rotfrau freute sich schon, landete aber schließlich auf einer Schotterstraße und dann in einem reichlich ruhigen Betriebsgelände. Kein weiterer Hinweis auf diesen Garten. Kein Navi, schlechte Internetverbindung. Ich wendete und erkundete die Abzweigung. Selbige schlängelte sich liebevoll durch ein an das Småland erinnernde Minischweden. So süße, rotweiße Holzhäuser. So eine knuffige Siedlung. Und dann wieder Ende.

Na gut, also kein Garten und zurück in den Stau.

War ja nur noch ein bisschen und ich wollte doch so gerne ans Meer!  Bei der nächsten Kreuzung stand „Rødhus“ auf dem Verkehrsschild.

Von Blokhus aus kann man auf dem Strand zu diesem Rødhus fahren, das Verkehrsschild dazu hatte ich bereits mehrfach gesehen! Also erneut Blinker gesetzt, fröhlich abgebogen und die träge Autoschlange hinter sich gelassen. Inzwischen war es nämlich bereits 16 Uhr.

Dieses „Rødhus“ entpuppte sich aber als wahrlich merkwürdig: Es handelt sich um eine reichlich in die Jahre gekommene Ferienhausanlage! Sackgasse, nix Strand! Also wieder gewendet, schließlich ein Schild mit „Strandvej“ gefunden und in die Schotterstraße gebogen.

Oha!

Die Gegend war zwar berauschend schön, die Bebauung erinnerte allerdings an die DDR:

2 - Kopie 3 - Kopie

Es half alles nichts, ich musste zurück und so fand ich überraschend eine Abzweigung von der Überlandstraße in Richtung Strand. Was soll´s, ich will ans Meer, mir inzwischen egal wo!

Die Uhr zeigte bereits 16:20 Uhr. Erstaunlicherweise führte diese eigenartige Straße im Nichts genau da hin wo ich eigentlich hin wollte: zur Strandausfahrt „Rødhus“.

Kaum war das Meer in Sicht, setzte der Regen ein. Ach Himmel noch mal!

Und nun? Na gut, dann lese ich halt nicht am Strand, sondern gehe bummeln in Blokhus:

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6 Kilometer Zitterfahrt: Ich finde es nämlich sehr unheimlich, auf dem Strand zu fahren. Rechts die von Wind und Wetter abgerissenen Dünengebirge, links das Meer: 5 - Kopie

Um 16:30 begrüßten mich endlich die weißen Badehäuschen von Blokus und ein völlig irrsinnig überfüllter Strand. Innerlicher Krieg und Frieden (Wäre ich doch bloß nach Saltum gefahren! Blöde Idee mit dem Bummeln! Da läge ich schon eine Stunde im Sand und könnte meinen chinesischen Märchentraum weiterlesen!) und ein Beruhigungseis:

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Etwas lustlos schlenderte ich an der Brandung herum und fand schließlich die Strandzwiebel.

1 - Kopie

Erstaunlicherweise wurde um mich herum ausschließlich Dänisch gesprochen. Der Strand und die Stadt waren brechend voll, sämtliche Läden hatten massenweise Krabbelware auf die Straßen gespuckt, in denen fleißig wuselnde Menschen glücklich nach Schnäppchen suchten. Gemütlich und gelassen schwappten unzählige Skandinavier durch das kleine Touristenparadies. Das erstaunte mich wirklich sehr, hatte ich doch mehr Deutsche erwartet! Auf meinem Parkplatz parkten 46 Autos (hab´s extra gezählt!), darunter waren nur ein Berliner und einer aus Jena. Die Dänen urlauben also selbst in Blokhus!?

Nach einem kleinen, wenig enthusiastischen Bummel entschloss ich mich, zu meinen Männern Heim zu fahren. Der Tag war einfach nicht so gelaufen, wie ich es mir ausgedacht hatte. Ich wollte nicht mehr.

Gottlob bin ich durch das Store Vildmose gefahren, sonst wäre ich nämlich jetzt noch immer enttäuscht:

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An meinem nächsten freien Tag wandere ich auf den alten Trampelsteinen (aus dem Jahr 250 nach Christus) durch´s Moor. Mit der guten Kamera im Täschchen, versprochen!

Und nach Blokhus fahre ich sicherlich nicht mehr an einem Samstag Nachmittag in der Sommersaison!

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5 Gedanken zu “Als Rotfrau sich aufmachte, die Strandzwiebel zu entdecken

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