Eine „typisch Deutsche“ in Dänemark

Gestern war also der Tag X gekommen.

Rotfrau schlich mit deutlicher Unsicherheit in die Hallen ihres neuen Betätigungsumfelds. Sie fiel als eine neue Kollegin gar nicht so arg auf und wurde teilweise nur mit dem aus Deutschland bekannten Smalltalk unter Gleichgesinnten begrüßt. Schließlich verbrachte sie bereits drei Monate im emsigen Treiben und man hatte sie doch schon mal gesehen…?

Der erste Tag war ernüchternd. Ach. Du. Meine. Güte.

Der Tag endete mit einem Gespräch bei der Chefin.

Die konnte die aufsteigende Unsicherheit dämpfen, zeigte sich beeindruckt von meinen vorläufigen Ideen und lässt mir absolut freie Hand. Klingt super, zumal sie mir einen Mentor zur Seite stellen wird, der mir in das so andere System hineinhelfen wird. Ist beruhigend und ich hoffe auf ruhigere Nächte. Auf der Couch liegen, mit aufgerissenen Augen dämliche Sitcoms anzugucken, bis endlich um vier Uhr morgens die Augen zufallen, ist schon grob.

Aber nun stellen Sie sich mal eine „typisch“ Deutsche vor, die korrekt zu arbeiten pflegt und genau das zu tun gewohnt ist, was man ihr sagt, weil anderes Verhalten unzulässig ist. Eine, die es liebt, sich im strengen Reglement Nischen und Freiheiten zu suchen, um sich auszuleben.

Und dann

sagt man diesem Menschen auf einmal nichts mehr außer sinngemäß: Du machst das schon!

Sicherlich, Rotfrau hat eine ausgezeichnete Qualifikation und ist für ihren irrsinnigen kreativen Einfallsreichtum berüchtigt bekannt. Nun also gilt es die vorläufigen Ideen strukturiert und ausgefeilt zu Papier zu bringen (eigentlich eher zu digitalisieren, da in Dänemark alles online ist) und in eine Form zu verpacken, an denen in Deutschland ausgewählte und erfahrene Fachleute teilweise monatelang arbeiten.

Eigentlich weiß ich noch nicht wirklich, wie ich das machen werde, habe aber drei Wochen Zeit bekommen.

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12 Gedanken zu “Eine „typisch Deutsche“ in Dänemark

  1. Oh Mann, da beneide ich dich ja nicht wirklich 😮! Da reicht es schon zum Kulturschock, in Bayern an einen neuen Einsatzort zu kommen. Augen zu und durch, das packst Du!

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