Oh, du liebes Aalborg

Ab und an juckt es mich einfach, direkt nach der Arbeit in die Innenstadt Aalborgs zu laufen. Glücklicherweise ist es überhaupt nicht weit und mein Auto parkt noch dazu gratis.

Nachdem ich mich erst kürzlich wehmütig mit dem Thema Heimat auseinander gesetzt hatte, hielt ich es für therapeutisch angebracht, nach schönen Momenten in meiner neuen „Heimatstadt“ zu suchen.

Ich war überrascht, wieviel ich da unbedingt einfangen musste! Hier die besten Bilder des Tages:

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Aalborg liegt direkt am Limfjord und selbigen muss ich an jedem Arbeitstag passieren. Darüber oder darunter. Ich finde es besonders in der Morgendämmerung atemberaubend, über dem häufig knallblau leuchtenden Blau des Meerwassers zu fahren und der gelegentlich stockende Berufsverkehr ist mir dann gar nicht mal so unangenehm. Das gelbe Schiff leuchtet sogar im Schneegestöber und die Treppen lotsen meine Gedanken immer ins Weite hinaus. Hinauf laufen und sich winzig in der Weite fühlen.

Die Dänen gehen an viele Dinge anders heran, als Deutsche es tun würden. Mir gefällt es, dass die Kinder draußen schlafen, dass man auch im Winter draußen bedient wird, wenn man das denn wünscht und dass eine Decke für den verfrorenen Raucher bereitgestellt bleibt – auch wenn es schneit. Da sich die Dänen im Winter sowieso weit wettergemäßer anzuziehen pflegen als Deutsche, sind die Freisitze also durchaus in Benutzung, wenn es mit dem Schneien aufgehört hat.

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Mir peitschte der stramme Wind heute soviele Schneeflocken ins Gesicht, dass nicht nur meine Haut ein Peeling bekam, sondern auch meine Seele. Aalborg ist eine sehr gemütliche und einladende Stadt. Und kreativ sind sie auch, die Dänen. Ich mag die Art und Weise, wie sie Cafés einrichten und wie sie sogar aus Trödel hübsche Dekorationen gestalten.

Ich fühlte mich trotz Kälte sauwohl, was nicht nur an meiner super Daunenthermojacke lag!

Ich hatte das Glück, dass ein Postbote just in dem Moment, als ich vorbeiging, die stets geschlossene, prächtigbunte Tür zum Turm der Landmansbanken geöffnet hatte und einen interessanten Einblick bot:

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Obwohl die zuschwingende Tür sich so herrlich langsam schloss, konnte ich keine zweite Aufnahme mehr machen.

Ich sah also der sich schließenden Tür zu, hoffte auf ein endliches Auslösen meines alten Handys und träumte mich in folgenden Gedanken:

Eine Tür öffnete sich, offenbarte mir Geheimisse, Schönheiten, Farben, Wirbel und Auf-/Abgänge.

Eigentlich schön, dass ich dieses Zufallen eben nicht fotografieren konnte. Meine Tür ist geöffnet.

Oh, du mein liebes Aalborg!

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8 Gedanken zu “Oh, du liebes Aalborg

  1. Pingback: Dänemark mal nicht wie aus dem Reiseführer | Meermond

  2. Super, deine Fotos.
    Auch, dass du dich dort so wohl fühlst.
    Das freut mich für dich.
    Wir sind aus dem Ruhrgebiet ins Münsterland gezogen, 60 km weiter nördlich.
    Wir kannten hier niemanden.
    Aber ich ging in den Chor. 2 Jahre war ich dabei. Nun geht es leider nicht mehr.
    Liebe Grüße Bärbel

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