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Obwohl in diesem Raum erst das beginnen konnte, was sie selbst als ihre wunderbare Galerie aus Gedanken und Geschichten bezeichnete. Jedes Bild ihrer Gedankengalerie war reich gefüllt mit Eindrücken, die ihr die Welt der Farben zu entlocken vermochte. So war ein Grün für Berit nicht nur ein Grün, sondern zum Beispiel eine Wiese, über die sie als Kind in die Arme ihres Großvaters gelaufen war: das Gefühl der Freude und der Sicherheit. Und gerade ihr Grün in „Eins“ war weit mehr als das. Es war Ausdruck ihrer Hoffnung, endlich wieder aus dem Grau ihrer Seele herauszufinden.

So in Gedanken versunken bemerkte Berit die ungewohnte Spätsommerhitze erst dann, als ihr Kopf zu schmerzen anfing. War es eigentlich jemals Ende August derart heiß gewesen?

Seufzend erhob sie sich von der gemütlichen Gartenbank und ging zurück zum Haus. In der Küche stand wie immer ein Krug mit Tee und Früchten und gerade als sie sich ein Glas einschenken wollte, läutete das Telefon. Nur einen kurzen Augenblick lang verspürte sie den Impuls, das Gespräch anzunehmen, aber dann wandte sie sich wieder dem Tee zu. Das Läuten dauerte an bis Berit ihr Glas ausgetrunken und wieder abgestellt hatte. Sie schüttelte den Kopf und ging hoch ins gemeinsame Arbeitszimmer.

Andreas‘ Schreibtisch war wie gewöhnlich ordentlich und übersichtlich, während ihr eigener beinahe unter der Last von aufgeklappten Büchern und allerlei Papierkram zusammen zu brechen schien. Wie immer war sie erstaunt, wie deutlich man ihre gegensätzliche Persönlichkeit in diesem einen Zimmer sehen konnte. Berit setzte sich an seinen Schreibtisch, nahm Zettel und Kugelschreiber und fing an zu schreiben. Sie schrieb drei Briefe. Einen an ihren Mann und zwei für ihre Töchter, welche sie auf das jeweilige Bett legte.

Danach ging sie ins Schlafzimmer, holte einen Koffer aus dem Wandschrank und begann zu packen.

 

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18 Gedanken zu “3

  1. Frau Meermond, ich bin entzückt. Leider komme ich nicht täglich dazu auf Ihrem Blog zu stöbern, umso mehr hab ich mich gefreut, dass ich gleich zwei Teile Ihrer Geschichte (nach)lesen durfte. Sie können wirklich mit Worten malen. Die Frage ist, ist Ihnen diese Begabung in die Wiege gelegt worden, fördert die dänische Luft diese Kreativität? Vermutlich eine Kombination von beidem? Vielleicht sollte ich auch mal nach Dänemark reisen…
    Auf jeden Fall wunderbar, dass Sie uns an diesem Talent teilhaben lassen.
    Ich bin sehr gespannt, wie’s weitergeht.

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