Die Zukunft beginnt in Nordjütland

Heute möchte ich das kleine Städtchen Brønderslev vorstellen.

In Brønderslev gibt es die drei in Deutschland wohlbekannten Discounter, ein kleines Provinzkino, ein Gymnasium, mehrere Folkeskolen und Kindergärten, eine Kirche mit zauberhaftem Glockenspiel, den Rhododendronpark, der derzeit viele Besucher in einen wahrhaften Blumenrausch versetzt, das Vildmosemuseum und eine herrliche Bibliothek, die als Indoorspielplatz an Regentagen genutzt werden kann.

Brønderslev hat etwas mehr als 12000 Einwohner und liegt inmitten einer typischen, nordjütländischen Landschaft: platt, weit und landwirtschaftlich genutzt. Aufgrund intensiver Schweinezucht legt sich vor allem im Frühjahr und im Spätherbst ein wahrlich atemberaubender Odeur über die zumeist roten Backsteinhäuser….

Was also ist so besonders an Brønderslev, dass ich meinen Lesern davon erzählen muss? 

Das hier: ein Sonnenwärmekraftwerk, kombiniert mit Biomasseverbrennung

 

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Die Kombination von Wärme- und Stromerzeugung durch ein Solarthermiekraftwerk sei eine Weltsensation, so das Versorgungsunternehmen ( nähere Informationen hier *klick* ).

Angeblich handelt es sich hierbei um das weltweit erste in dieser Kombination. Aus Sonnenenergie wird sowohl Wärme als auch Strom erzeugt und gleichzeitig kann dieses Kraftwerk mittels Biomasse betrieben werden. Brønderslev wird bereits jetzt mit Fernwärme versorgt, doch bald wird das traditionelle Gaskraftwerk ersetzt werden.

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Ein komplettes Heizkraftwerk wird also demnächst durch ein Kraftwerk abgelöst, das mit regenerativen Energien betrieben wird! Ich finde das großartig, denn ich halte es für bedenklich, die hier in Nordjütland anfallenden, enormen Mengen an Schweinegülle ständig auf die Äcker zu schütten.

Die Umgebung soll als Erholungsgebiet erhalten bleiben und die abgetragene Erde wird zum Ausblickshügel aufgeschüttet werden. Die Fläche, die das Solarfeld einnimmt, erscheint mir eher klein und das Heizkraftwerk selbst sieht auch nicht so wirklich riesig aus. Ein eventuelles Gegenargument „Flächenmangel“ ist in meinen Augen also fadenscheinig. In Deutschland gibt es Regionen, in denen ich mir genau so ein Kraftwerk sehr wohl vorstellen kann…

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Dänemark hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 35% des gesamten Energieverbrauchs über erneuerbare Energien zu decken, die Hälfte davon wird durch Biomasse produziert werden. Bis 2050 will das Land komplett unabhängig von fossilen Brennstoffen sein. Wind und Biogas sollen die Menschen in der Zukunft mit Energie versorgen.

Seit wir hier wohnen (also nur drei Jahre) haben wir die Errichtung vieler Windräder beobachten können. Das Tempo des Ausbaus ist enorm, die Energiewende will unbedingt vollzogen werden!

Dänemark setzt verstärkt auf eine Energiegewinnung, die zukunftsträchtig ist. Und hier in Brønderslev soll sie also beginnen – die Zukunft.

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18 Gedanken zu “Die Zukunft beginnt in Nordjütland

  1. Also erst einmal Glückwunsch für die Entscheidung, nach Skandinavien zu ziehen. Ich träume davon, irgendwann mal nach Norwegen zu ziehen und habe sogar schon ein wenig die Sprache gelernt.

    Und ja, das geniale an Skandinavien ist, dass es dort keinen Stillstand gibt. Ja, man ist in der Vergangenheit mit Öl reich geworden. Aber nun nutzt man diesen Reichtum, um sich für die Zukunft fit zu machen und obendrein deren wunderschöne Natur zu retten. Ich finde, das sind edle Ziele. In vielerlei Hinsicht Vorbildfunktion. Toll!

    Gefällt 1 Person

    • Norwegisch finde ich leichter als Dänisch 😉
      Ich bin aus vielen Gründen hier her gezogen und habe hier großes Glück gefunden. Ich wünsche dir, dass es dir einmal auch so gehen wird.
      Ha de bra! Hav det godt!

      Gefällt 1 Person

  2. Es gibt auch viele Privatleute, die in Gruppen eine Windmühle besitzen. Dieses Bestreben finde ich grossartig.

    Es ist auch notwendig, denn Dänemark ist ja schon immer gegen Atomkraftwerke gewesen, zumindest auf eigenem Boden. Man hat allerdings gerne den schwedischen und später auch den deutschen Atomkraftwerkstrom gekauft. Das fand ich immer ein wenig zweigesichtig. Aber dann ist man wohl dabei, sich vom Ausland unabhängig zu machen. Sehr zu begrüssen! Schade, 2050 werde ich wohl nicht miterleben. 😉

    Gefällt 3 Personen

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